Zoom zum Start des Sommersemester mit neuem „Engaged Student Mode“

Wie der US-amerikanische Videokonferenzanbieter Zoom heute in einer Pressemitteilung bekannt gab, wird in Kürze ein neuer „Engaged Student Mode“ eingeführt, mit dem sich Lehrpersonen für Distanzvorlesungen auf Wunsch KI-generierte Kamerabilder von virtuellen Studierenden erzeugen und im Zoom-Fenster anzeigen lassen können. Der Modus ist laut Zoom zunächst kostenpflichtig und erfordert eine zusätzliche Lizenz. Es wird aber angenommen, dass die Mehrzahl der deutschen zoom-affinen Hochschulen wie üblich schnell universitätsweite Lizenzen beschafft.

Zoom ohne den neuen „Engaged Student Mode“ – die Lehrperson blickt nur auf schwarze, anonyme Kacheln ohne jegliche Art von Rückmeldung

Dozierende aus aller Welt warteten bereits sehnsüchtig auf diese Funktionalität, um nicht ein weiteres Coronasemester lang nur auf schwarze Kacheln starren zu müssen. Auch Studierende begrüßen diese neue Option, da sie so nicht ständig gebeten werden, doch bitte, bitte ihre Kameras einzuschalten und sich auch weiterhin während der Online-Lehrveranstaltungen um Kinder oder Haustiere kümmern können, ihre E-Mails checken und Social-Media-Kontakte pflegen dürfen, keine kamerataugliche Kleidung tragen müssen, in der Nasen bohren können oder eben allgemein keinen unnötigen Einblick in ihre Privatsphäre dulden brauchen.

Zoom mit dem neuen „Engaged Student Mode“ – die Lehrperson blickt in viele interessiert zuschauende Gesichter

Die zusätzliche Funktion muss wie üblich im Zoom-Webinterface aktiviert werden, benötigt laut Herstellerangaben aber nur wenig zusätzliche Rechenleistung (auch der Prozessor bleibt gelangweilt, Originalzitat von Zoom: „Even the most engaged students‘ pictures leave your CPU chilled!“). Da die Studierendenbilder computergeneriert sind, lassen auch auch Alter und Geschlecht einstellen, so dass Lehrveranstaltungen in den Ingenieurwissenschaften nun endlich mit einem höheren Frauenanteil aufwarten können oder auch Angebote aus dem Programm „Studieren ab 50+“ ein adäquates Zoom-Publikum bekommen.

Ebenfalls lassen sich computergenerierte Textnachrichten wie „Oh, das ist ja interessant!“ oder „Wahnsinn, das habe ich noch nicht gewusst!“ erzeugen, die in zufälligen Abständen im Chatfenster erscheinen. Andere Videokonferenzsystementwickler wie BigBlueButton, Microsoft Teams, WebEx oder JitsiMeet kündigten ähnliche Zusatzfunktionen für die nahe Zukunft an. Wie üblich gibt es dort aber subtile Unterschiede. Beispielsweise sollen die virtuellen Studierenden in BBB zunächst lange im obligatorischen Echo-Test hängen oder in JitsiMeet charakteristisch ruckeln.

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